Im Priesendorfer Kindergarten wurde ein Apfelbaum gepflanzt und ein neues Lernspiel zum Thema Streuobst vorgestellt. Vielleicht werden die heutigen Krippenkinder noch die ersten Früchte ernten können. Aber die anderen Kinder aus der Tagesstätte St. Anna in Priesendorf werden dem Kindergartenalter wohl entwachsen sein, wenn am jetzt gepflanzten Apfelbaum zum ersten Mal die aromatischen Goldrenetten von Blenheim hängen werden.
Wann ein neu gepflanzter Obstbaum Früchte tragen wird, das lässt sich nicht voraussagen, weiß Ulrich Diezel, Vorsitzender des Gartenbauvereins Priesendorf. "Da steckst du einfach nicht drin, das kann bis zu zehn Jahre dauern", sagt er aus eigener Erfahrung. Schließlich betreut sein Verein in Priesendorf eine rund 6000 Quadratmeter große Streuobstwiese mit etwa 50 Bäumen, teils Altbestand, teils vor neun Jahren gepflanzt.
Ganz leer gehen aber auch die 80 Priesendorfer Kindergartenkinder an diesem Tag nicht aus. Zu der Baumpflanzaktion hat Evelin Köstler von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) auch eine absolute Neuheit mitgebracht: ein Streuobst-Memory - das aber Streuobst Memo heißen muss, weil Memory eine rechtlich geschützte eingetragene Marke ist.
Doch egal, wie es nun heißt, das Spiel wird auch gleich getestet. Die Kinder spielen mit dem "besonderen Besuch", den Bürgermeisterin Maria Beck (CSU) angekündigt hat. Denn zu der doppelten Premiere in Priesendorf - für die Akademie, die vorrangig in der Erwachsenenbildung tätig ist, sind sowohl das Memo-Spiel als auch das Bäumepflanzen im Kindergarten Neuland - ist auch ANL-Direktor Christoph Goppel angereist. Und weil die Akademie zum Umweltministerium gehört, nimmt auch Staatssekretärin Melanie Huml teil - quasi in doppelter Funktion: "...eigentlich auch als Gesundheitsstaatssekretärin. Schließlich sind Äpfel gesund", stellt sie fest. Und ebenso wie Goppel ("Da hab' ich keine Chance.") muss sie feststellen, dass Kinder die talentierteren Memory-Spieler sind.
In dem Spiel ist natürlich auch die Goldrenette vertreten - "a ganz a Nette", wie Goppel beim Einpflanzen des Baumes reimt. Und eine "echt einheimische Sorte". Die Äpfel könne man später mal direkt vom Baum weg essen. Die Kinder interessiert in dem Moment aber mehr der Matsch der sich beim Erde auffüllen und Angießen rund um den jungen Bau bildet. Nur dürfen sie nicht reintreten, weil sie keine Gummistiefel dabei haben. Also spielen sie dann doch lieber Memory oder essen gemeinsam mit den Gästen den Apfelkuchen, an dem sie fleißig mitgebacken haben. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) |