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Marienwallfahrtskapelle wurde saniert und das Umfeld neu gestaltet

 
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EINWEIHUNG MARIENKAPELLE 2011
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Der Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde mit einem Freiluftgottesdienst gefeiert

 
Die Marienkapelle liegt ihr ganz besonders am Herz­en: Gusti Keller wohnt nur zwei Häuser entfernt und konnte nicht nein sagen. Damals vor 20 Jahren, oder ist es noch länger her, als ihre Vorgänger ihr den Schlüssel gaben und anfragten, ob sie ab jetzt immer die Kapelle aufschließen könnte. Täglich, das war klar. Und natürlich geh­örte auch dazu, an den dicken Seilen zu ziehen und die Glocken zu läuten zum Rosenkranz, bei Beerdigungen oder Überführungen. Die heute 86-Jährige freute sich über das Vertrauen und hat es bis heute nicht bereut. Früher wurde per Hand geläutet, wir waren zu zweit und jede von uns hat eine Glocke gezogen", erinnert sich Gusti Keller. Damals hingen die Seile bis unten in die Sakristei, leicht war es nicht, sie zu ziehen. Und „altersmäßig könnte ich das jetzt nicht mehr machen, ich hab' die Luft nicht mehr".

Doch mit der Sanierung der Marienwallfahrtskapelle und der Neugestaltung des Kapellenumfeldes hielt auch der Fortschritt Einzug in das kleine Gotteshaus. Mit einem fast schon verschmitzten Lächeln holt sie ein Funkgerät aus ihrer Handtasche. Damit hat sie heute während des Segnungsgottesdienstes die beiden Glocken zum Klingen gebracht. Währenddessen segnete Pfarrer Ewald Thoma gemeinsam mit Bürgermeisterin Maria Beck sowohl die Kapelle als auch den neugestalteten Bereich darum herum. 1. Bürgermeisterin Beck dankte allen Beteiligten an der nun bald abgeschlossenen Sanierung des Ortskerns mit der Kapelle und ihrem Umfeld im Mittelpunkt der Maßnahmen. Allein für den Ausbau der Straße „Am Ansbach" mit Wendeham­mer, einen Fußweg von der Hauptstraße dorthin, die Bach­öffnung und Bachrenaturierung einschließlich Holzbrücken, Ge­staltung des Kapellenplatzes und Pflanzungen wurden laut Beck etwa 900 000 Euro verbaut. Diese Summe konnte die 1600-Seelen-Gemeinde nur mit Hilfe von Fördermitteln schul­tern. 50 Prozent an Zuschüssen flössen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in das Dorferneuerungsverfahren.

Für Anton Hepple, Leiter des ALE wird in Priesendorf und Neuhausen deutlich, welche Leistungen für die Zukunftsgestaltung der Dörfer möglich sind, wenn sich Bürgerinnen und Bürger einig sind und ge­meinsam mit der Kommune, Kirche und zuständigen Ämtern die geplanten Maßnahmen en­gagiert umsetzen. Er betonte, wie gerne er nach Priesendorf gekommen sei, da der Ort ein Beispiel dafür sei, dass Dorfer­neuerung mehr sei als nur der Ausbau von Straßen. Hier werde die, wie er es nennt, „Innenent­wicklung" praktiziert. Nach dem Bauboom im Neubaugebiet werde nun der vernachlässigte Altort wieder belebt.

Darüber freut sich auch Gusti Keller. Seit einigen Monaten erst kann sie die Glocken per Funk starten, kein mühsames und an­strengendes Ziehen an den dicken Seilen. „Und wenn Kirche in der Kapelle ist oder Wallfahr­ten kommen und ich das vorher weiß, kann ich läuten", freut sie sich. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz hat sie im Januar von der Gemeinde die Ehrennadel in Gold erhalten.

Die Kapelle liegt ihr sehr am Herzen, sagt sie, denn  sie sei „schon oft durch tiefe Gräben gegangen", und wenn es ganz arg war, erzählt sie, „bin ich zur Mutter Gottes gegangen, hab ihr mein Leid geklagt und bin zu­frieden wieder heim". Und so wird sie wohl auch morgen früh wieder, so zwischen 7 und 8 Uhr, die Marienwallfahrtskapelle aufsperren, damit auch andere Gläubige hier die Ruhe für unge­störte Gebete finden können.